Klinker Herstellung – vom Bodenschatz zum fertigen Klinkerstein

 

Klinkersteine könnten unterschiedlicher nicht sein. Auch, wenn sie sich durch Merkmale wie Format, Farbe und Art unterscheiden, so haben sie doch eins gemeinsam – den Herstellungsprozess.

Gestapelte RT 307 Classica Rot nach dem Brennvorgang im Ofen
Gestapelte RT 307 Classica Rot nach dem Brennvorgang im Ofen

Aus was bestehen Klinkersteine?

Bevor der eigentliche Herstellungsprozess beginnen hat, werden die grundlegenden Rohstoffe benötigt. Da Klinkersteine hauptsächlich aus Ton bestehen, darf dieser selbstverständlich nicht fehlen. Ton besteht größtenteils aus Tonmineralien und ist ein natürlich vorkommender Rohstoff. Dieser wird zunächst aus den entsprechenden Bodenvorkommen abgetragen und im Anschluss zur weiteren Verarbeitung in die Werke transportiert. Unter Beimischung von verschiedenen und sortenabhängigen Zusätzen kann dann die Produktion beginnen.

Wasserstrichanlage während der Produktion von Ziegelsteinen

Die Produktion im Werk

Sämtliche Rohstoffe werden zunächst, nach der jeweiligen Rezeptur des finalen Klinkersteins, zusammengemischt. Anschließend wird die Tonmischung für die weitere Verarbeitung zu der dazugehörigen Anlage geleitet. Damit die Rohlinge zugeschnitten werden können, wird bei dem Wasserstrichverfahren die Rohmasse in Klinkerformen gepresst und anschließend mit Wasserdruck herausgedrückt. Dadurch erhalten die Klinkersteine ihre individuelle und strukturierte Oberfläche.

Beim Handformverfahren, was zugleich auch das älteste Herstellungsverfahren ist, wird der Ton in Klinkersteinformen gegeben und mit Hilfe von Sand als Trennmittel herausgelöst. Dadurch erhalten diese Klinkersteine ihre rustikale Oberfläche.

Das Strangpressverfahren erfolgt, indem der Ton zu einem endlosen Strang gepresst und mit Unterdruck durch die Form gegeben wird. Anschließend können aus diesem Strang die einzelnen Klinkersteine geschnitten werden.

 

Was passiert mit den Klinkersteinen nach der Formgebung?

Anschließend kommen die Klinkersteine in sogenannte Trockenkammern, in denen die Feuchtigkeit der Klinker so weit reduziert wird, dass bei dem eigentlichen Brennvorgang keine Schäden entstehen. Sobald die Klinkersteine die Trocknung abgeschlossen haben, sind sie bereit, um in den Brennofen zu kommen. Hier werden die Klinkersteine bei über 1.000 Grad langsam gebrannt. Um während des Brennvorganges Spannungsrisse zu vermeiden, durchlaufen die Klinkersteine unterschiedliche Temperaturzonen. Es wird sichergestellt, dass die Klinkersteine langsam, kontinuierlich und stets temperatursteigend gebrannt werden. Gleiches gilt im Anschluss auch für das Herunterkühlen der Klinkersteine. Denn zu schnelles Herunterkühlen verursacht ebenso Schäden an den Klinkersteinen. Sobald die Klinkersteine vollständig abgekühlt sind, werden sie für den Versand vorbereitet und entsprechend auf Paletten gestapelt und verpackt.

Der RT 546 Spezialfarben Attika direkt nach dem Brennvorgang auf dem Ofenwagen
Der RT 546 Spezialfarben Attika direkt nach dem Brennvorgang auf dem Ofenwagen